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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Projektgruppe PUSHPIN stellt Ergebnisse vor

Die Projektgruppe PUSHPIN hat in der letzten Woche die Ergebnisse ihrer 12-monatigen Arbeit vorgestellt. Die 8 internationalen Studenten haben ein System entwickelt mit dem wissenschaftliche Publikationen analysiert werden können, um so Forscher im Auffinden relevanter Publikationen und ähnlich interessierter Personen zu unterstützen.

Die Projektgruppe PUSHPIN hat in der letzten Woche die Ergebnisse ihrer 12-monatigen Arbeit vorgestellt. Die 8 internationalen Studenten haben ein System entwickelt mit dem wissenschaftliche Publikationen analysiert werden können, um so Forscher im Auffinden relevanter Publikationen und ähnlich interessierter Personen zu unterstützen. 

Benutzer von PUSHPIN können beliebige Publikationen in das System laden oder aus ihrem Mendeley-Profil synchronisieren lassen. Jede Publikation wird anschließend automatisch und unter Verwendung einer hoch skalierbaren eResearch Infrastruktur extrahiert (Metadaten wie Titel und Autoren aber auch Referenzdaten und Volltext der Publikation). Aus den extrahierten Daten werden so genannte Forschungsnetzwerke aufgebaut. Diese können sich aus den Koautorenschaften der analysierten Publikationen oder aus den Kozitationen ergeben. Ebenso entstehen Netzwerke ähnlicher Publikationen, wenn die textuellen Ähnlichkeiten (z.B. via tf-idf) berücksichtigt werden.

In PUSHPIN gibt es darüber hinaus auch einen Schicht sozialer Interaktionen (der sog. social layer). Benutzer des System können sich gegenseitig befreunden, sich Publikationen empfehlen, Publikationen bewerten und taggen. Ebenfalls ermöglicht es PUSHPIN Statusnachrichten abzusetzen und diese ggfs. mit Facebook und Twitter zu synchronisieren. Benutzer können interessante Publikationen bookmarken oder in beliebig viele persönliche Kollektionen legen.

Die Nutzung von PUSHPIN ist für verschiedene Benutzergruppen interessant: zum einen profitieren Forscher mit zahlreichen Publikationen von der Nutzung, da ihnen ähnliche Forscher mit einem verwandten Forschungsfokus empfohlen werden. Sie können sich ähnliche Publikationen zu ihren eigenen ansehen und dabei einstellen, ob sie eher an inhaltlicher Ähnlichkeit oder Ähnlichkeit auf Basis der extrahierten Metadaten interessiert sind.

Für Studenten und Doktoranden ist PUSHPIN ein wertvolles Hilfsmittel bei der Recherche relevanter Literatur: einfach ein ausgewähltes Paper hochladen, analysieren lassen und mehr Publikationen der Autoren oder ähnliche Veröffentlichungen anzeigen lassen.

Auch für die Betreuer von Abschlussarbeiten, Seminaren und Projektgruppen ist PUSHPIN hilfreich. Interessante Publikationen können direkt an Studenten weitergeleitet werden indem man die Recommend-Funktion von PUSHPIN nutzt.

Für Mitglieder einer Institution bietet PUSHPIN die Möglichkeit alle anderen Mitglieder der Institution und deren Publikationen auf PUSHPIN einzusehen und so mehr Wissen darüber aufzubauen, welcher Kollege an welchen Themen arbeitet. Beispielhaft sei dies am Institutionsprofil der Paderborner Informatik gezeigt.

PUSHPIN setzt auf E-Mails, um Benutzer langfristig an den Service zu binden. So erhalten Benutzer eine wöchentliche Zusammenfassung der Updates in ihrem persönlichen Forschungsnetzwerk sowie falls sie neue Follower bekommen. Bewertet ein PUSHPIN Nutzer eine Publikation eines anderen Benutzers, so wird dieser per E-Mail darüber informiert und kann ggfs. darauf reagieren.

Neben der Webanwendung gibt es auch eine Anwendung für Mobiltelefone mit Android Betriebssystem sowie eine Anwendung für Multitouchtische. 

PUSHPIN ist ein kostenloser Service, der von der Fachgruppe Didaktik der Informatik angeboten wird. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts lag bei Dr. Wolfgang Reinhardt und Tobias Varlemann. Die durchgeführten Analysen werden auf dem Hadoop Cluster for large-scale publication analyses (HCPA) der Fachgruppe durchgeführt. An dieser Stelle soll auch dem Institut für die Ko-Finanzierung des Clusters gedankt werden, ohne welche die oben beschriebene Forschung nicht möglich gewesen wäre. 

Referenzen

  • W. Reinhardt, M. I. Ahmad, P. Kadam, K. Kharadzhieva, J. Petertonkoker, A. Shrestha, P. Sureka, J. Surve, K. Ullah, T. Varlemann, and V. Voth. Exploration wissenschaftlicher Netzwerke und Publikationen [Exploration of Research Networks and Publications]. In H. Reiterer and O. Deussen, editors, Mensch & Computer 2012 – Workshopband: interaktiv informiert – allgegenwärtig und allumfassend! ? , pages 427–432, München, 2012. Oldenbourg Verlag.
  • W. Reinhardt, P. Kadam, T. Varlemann, J. Surve, M. I. Ahmad, and J. Magenheim. Supporting Scholarly Awareness and Researchers’ Social Interactions using PUSHPIN. In A. Moore, V. Pammer, L. Pannese, M. Prilla, K. Rajagopal, W. Reinhardt, T. D. Ullmann, and C. Voigt, editors, Proceedings of the 2nd Workshop on Awareness and Reflection in Technology-Enhanced Learning, 2012.

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