Mature - EU-Projekt im Bereich E-Learning

Die Fachgruppe ‚Didaktik der Informatik' unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Magenheim ist an einem großen interdisziplinären Forschungsprojekt im Auftrag der Europäischen Union maßgeblich beteiligt. MATURE (Reife), so der Name des Projekts, ist ein Integrierendes Projekt (IP) der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm (FP7), das die Entwicklung neuer Formen kontinuierlichen lebensbegleitenden Lernens im Beruf fördert. Mit einem Projektbudget von 9.1 Millionen Euro über vier Jahre bringt MATURE die führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen informelles Lernen, organisationales Lernen, Wissensmanagement, Geschäftsprozessmanagement und semantische Technologien zusammen.

MATURE verbindet Erkenntnisse aus E-Learning und dem Erfolg von community-getriebenen Web 2.0-Ansätzen. Erfahrungen mit dem Web 2.0 haben gezeigt, dass bei den Mitgliedern von Interessensgemeinschaften im Web eine beachtliche Motivation besteht, sich in kollaborative, also gemeinschaftliche Lernprozesse einzubringen. Die an MATURE beteiligten Forscherinnen und Forscher ergänzen nun die im kollaborativen Prozess entstehende Dynamik der Wissensproduktion durch eine neue Form von organisationaler Führung. Bei dieser Organisation betrachtet MATURE die verschiedenen Lernprozesse als miteinander verwoben und aufeinander aufbauend, so dass sich ein Reifungsprozess ergibt, in dem das Wissen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kontinuierlich heranreifen kann. Solches Wissen kann die Gestalt klassischer Dokumente oder Lerninhalte annehmen, kann aber auch kollaborativ erzeugtes Strukturwissen darstellen, das sich auf Abläufe (Aufgaben, Prozesse, Arbeitstechniken) oder semantische Strukturen (wie Ontologien oder Kompetenzmodelle) bezieht.

Ziel von MATURE ist, diesen Reifungsprozess auf der Basis empirischer Studien besser zu verstehen und Softwarewerkzeuge und Dienste zu bauen, die helfen, Barrieren bei der Wissensgewinnung und beim Wissensaufbau zu überwinden.

MATURE hat vier miteinander verbundene Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte:

1.   Die Analyse der derzeitigen Praxis der Wissensreifung mit den Zielen
a) ein Referenzmodell abzuleiten und
b) Wege zu finden, um Barrieren zu überwinden, wobei besondere Aufmerksamkeit auf motivationale und soziale Faktoren gelegt wird

2.   Den Aufbau einer persönlichen Lern- und Wissensreifungsumgebung, die erste Ideen einer in die Arbeitsumgebung eingebetteten Personal Learning Environment (PLE) aufgreift, über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Wissen unkompliziert einbringen und weiterentwickeln sowie benötigtes Wissen einfach abrufen können

3.   Den Aufbau einer organisationalen Lern- und Wissensreifungsumgebung, die der Organisation die Möglichkeit gibt, Community-Aktivitäten zu analysieren, zu unterstützen und Innovationsprozesse gezielt zu lenken

4.   Die Entwicklung wiederverwendbarer Dienste, die den Wissensreifungsprozess unterstützen. Es sollen Analyseinstrumente für die Bereitstellung unstrukturierter und semistrukturierter Daten sowie deren Historien geschaffen werden, die sowohl für die persönliche, als auch für die organisationale Sicht genutzt werden können.

Das FZI der Universität Karlsruhe ist für die wissenschaftlich-technische Projektkoordination des Konsortiums aus 12 Partnern aus fünf europäischen Ländern zuständig. Darüber hinaus verfügt MATURE über ein ständig wachsendes Netzwerk von assoziierten Partnern aus Industrie und Forschung. Prof. Dr. Johannes Magenheim und seine Fachgruppe sind innerhalb des Konsortiums federführend für die Entwicklung einer individuellen Lern- und Wissensmanagement-Umgebung (PLME – Personal Learning and Maturing Environment) zuständig.

Weiter englischsprachige Informationen finden hier.

Impressum | Webmaster | Letzte Änderungen am : 30.05.2008